Rakija, das nationale Getränk

Rakija, das serbische Nationalgetränk

Rakija zählt zur der Grupper starker alkoholischer Getränke. Nach Serbien kam es durch die Türken im IV Jahrhundert und blieb bis heute ein Teil der Tradition unseres Volkes. Das ist das bekannteste Getränk auf unserem Gebiet. Seinen Eigenschaften nach ähnelt er Vodka und Brandy. Unsere Experten sind der Meinung, dass die Qualität dem Whisky in nichts nachsteht.

Wie wird Rakija produziert

Der Herstellungsprozess von Rakija ist relativ einfach und deshalb hat jeder Dorfhaushalt die Möglichkeit eigenen Rakija herzustellen. Am häufigsten wird Rakija aus Pflaumen hergestellt, der bekannte serbische Sliwowitz. Nachdem die Pflaumen gepflückt sind, kommen sie in die Fässer zur Fermentation, beziehungsweise zur Gährung. Dieser Vorgang dauert einige Monate. Danach wird diese Masse in einem Brennkessel, bzw. Destillationskessel, gebrannt. Durch dieses Verfahren entsteht Rakija, im Volksmund als weicher Rakija bekannt. Dieser Rakija enthält einen geringeren Alkoholanteil. Um den Alkoholgehalt zu erhöhen, und die Qualität des Rakija zu verbessern, wird der weiche Rakija vom Gastgeber nochmal gebrannt, wobei „Prepecenica“ erhalten wird – bzw. der scharfe Rakija. Im Volk wird die Stärke in Graden gemessen.

WIE STELLEN WIR RAKIJA HER?

Wir sammeln die Früchte nicht, sondern pflücken sie bei voller Reife, wenn die Konzentration des Fruchtzuckers am höchsten ist, was vom hochqualifizierten Personal unserer Destillerie bestimmt wird. Die Früchte werden von Hand geerntet und in Kisten gelegt und kommen so verpackt auf das Gelände der Destillerie. Jede Frucht wird gewaschen, geschält, von Stengeln befreit und entkernt und dann in Gärgefäße oder, wie manche sagen, “zum Gären” gegeben. Der Fermentationsprozess selbst wird täglich überwacht, um zu verhindern, dass die Maische nicht übergärt. Zum richtigen Zeitpunkt kommt die Maische in den Kessel und bei einer bestimmten Temperatur beginnt der Prozess der Destillation oder des “Brennens” des Rakija. Wenn das Destillat oder der Rakija ausläuft, wird dieser erste Rakija, der sogenannte „Erstling“ entfernt, sowie der letzte, die sogenannte „Patoka“ entfernt. Wo der Anfang und wo das Ende des Herzens des Destillats ist, des besten Rakija, ist sehr schwer zu bestimmen. Gerade davon aber hängt die Qualität des Rakija ab, da es sehr wichtig is alles zu entfernen, was schädlich für die menschliche Gesundheit sein könnte. Dann führen wir eine Redestillierung durch, oder brennen den Rakija noch einmal und erhalten wieder den „Erstling“ und die „Patoka“, die wir entfernen. Jeder hergestellte Rakija ist farblos und hat einen Alkoholgehalt von ungefähr 75%. Wenn wir nach einigen Monaten den Alkoholgehalt an eine bestimmte Grenze bringen, kommt dieser Rakija meistens in Eichenfässer, damit er Farbe kriegt und einen besseren Geschmack und Duft. Nicht jeder Rakija kommt in Eichenfässer. Einige von Ihnen erhalten ihre „Reife“ in Inox- Behältern. Vor dem Abfüllen wird jeder Rakija gefiltert und erst dann abgefülllt. Für jeden dieser Schritte ist sind grosses Wissen und Erfahrung erforderlich, und sicherlich sind neue technische Errungenschaften unseren Experten eine Hilfe. Das ist eine allgemeine Veranschaulichung des Herstellungsprozesses von Rakija , der zeigt, dass seine Herstellung gar nicht so einfach ist, wie oft gedacht wird. Wenn hinzukommt, dass jedes Obst spezifisch ist, wird klar, dass sich die Herstellung des Rakija aus verschiedenem Obst in wichtigen Feinheiten unterscheidet, die dazu beitragen, dass der Geschmack des sorgfältig hergestellten Produkts erstklassig wird.

Die Herstellungskapazität der Destillerie Zaric beträgt ungefähr acht Millionen Liter jährlich. Wir geben nur die hochwertigsten Früchte in den Rakija. Sliwowitz ist die Schutzmarke unseres Landes und 75% der Pflaumenerträge gehen in den Rakija. Unsere Königin ist der einzige Rakija mit geografischer Herkunft, was bedeutet, dass die Pflaume, aus der er hergestellt wird, von bester und verlässlicher Qualität ist. Prost!

Rakija ist mehr alsein gewöhnliches alkoholisches Getränk

Gerade weil Rakija seit Jahrhunderten in fast jedem ländlichen Haushalt hergestellt wird, ist er für viele mehr als nur ein alkoholisches Getränk. Im Laufe der Zeit hat er ein weites Anwendungsspektrum erlangt. In gewisser Weise ist es eine Sache des Prestige geworden, weil je besser ein Rakija ist, desto berühmter und gefragter wird er. Er hat auch einen Platz in der Volksmedizin für Fiebersenkung und eine bessere Durchblutung gefunden. Während der Kriege auf dem Balkan zu einer Zeit, als es keine Medikamente und Schmerzmittel gab, verwendete unser Volk Rakija als Betäubungsmittel und zur Desinfektion. Unsere Volksmedizin hat Rakija als Heilmittel anerkannt (natürlich in kleinen Mengen).

Rakija spielt auch im ländlichen Haushalt eine gewisse wirtschaftliche Rolle, da er unter bescheidenen Bedingungen über einen langen Zeitraum konserviert werden kann. Er ist wie eine Art Bank, bzw. Pfand, der immer verkauft werden kann, und somit die Hauskasse unterstützt.

 

Sorten von natürlichem Rakija, die meistens auf dem hiesigen Gebiet hergestellt werden

https://sr.wikipedia.org/wiki/Ракија

 

Wie erkennt man einen guten Rakija

Ein guter Rakija muss klar sein. Das Aroma des Obstes, aus dem er gemacht ist, muss im Vordergrund stehen. Ein guter, echter Sliwowitz hat, wenn er ans Licht gehalten wird, am Boden des Glases einen runden, dunklen Kreis. Um gut zu sein, muss der Rakija in einem hochwertigen Eichenfass gelagert werden. Ein Rakija der wenig Zeit im Eichenfass gelagert war hat leichte Fruchtnoten und Heilkräuternoten. Aus solchem Rakija entspringt die Frische des Grases und der Bergluft. Je länger ein Rakija im Eichenfass lagert, desto dicker und cremiger wird seine Struktur. Im Geschmack kann man viele naturnahe Aromen erkennen. Unsere Experten sagen, dass dieser hochwertige Rakija, der mit Sorgfalt, Wissen und Liebe hergestellt wird, sehr an karibischen Rum oder Whisky aus den Bergen Schottlands erinnert.

Die Tradition schreibt vor, dass Rakija in kleinen Schnapsgläsern serviert wird. Bei uns wird er als Aperitif zu Vorspeisen getrunken. Er wird bei allen Gelegenheiten getrunken.

Heute ist es sehr wichtig, dass unser Brand auf einer der europäischen Messen präsentiert wird, so dass der Rakija, der so genannte serbische Brand, auf den Weltmarkt zurückkehrt.