Tradition


Rakija

R akija ist ein starkes alkoholisches Getränk, das traditionell auf dem Balkan produziert und angeboten wird. Obwohl der Rakija bereits im 15. Jahrhundert mit den Türken auf den Balkan kam, begann die Tradition der Schnapsherstellung in der Region um Kosjeric Ende des 19. Jahrhunderts, als mit der Zerstörung der Weinberge durch die Reblaus mit dem Anbau verschiedener Früchte begonnen wurde, aus denen später verschiedene Obstschnäpse hergestellt wurden. Viele Familien aus Kosjeric waren für ihr hochwertiges Obst bekannt aus dem sie unterschiedliche Schnapssorten herstellten.

Ursprünglich wurde Rakija hauptsächlich zu therapeutischen Zwecken verwendet, zur Verbesserung der Gesundheit, zur Stärkung des Immunsystems, um Wunden zu heilen und die Stimmung zu heben. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Destillationsverfahren weiter, die Rezepte wurden verbessert, was zur Verbesserung der Qualität des hergestellten Rakija beigetragen hat und ihn zum beliebtesten starken alkoholischen Getränk machte, das zu verschiedenen, festlichen oder weniger festlichen Anlässen serviert wird.

Über Rakija wird gesagt, dass er das Beste ist wenn man ihn mit Freunden geniesst, aber gefährlich ist wenn es der einzige Freund ist. Deshalb wird ein mäßiges und angemessenes Geniessen dieses Getränks empfohlen. Viele Volksredewendungen werden mit Rakija in Verbindung gebracht. Wenn man über seine heilende Wirkung nachdenkt, sagt man, dass er am besten die Krankheiten eines gebrochenen Herzens und einer gequälten Seele heilt. Wenn man an Langlebigkeit denkt, sagt man: "Du brauchst keine andere Medizin, der Rakija ist die Apotheke, und der liebe Gott – der soll warten!" In letzter Zeit wird Rakija auch in den englischsprachigen urbanen Wörterbüchern in seiner ursprünglichen Form mit der Bedeutung "Balkan Firewaters" (Feuerwasser vom Balkan) erwähnt, und unter Jugendlichen ist das Cover des Slogans eines bekannten Unternehmens beliebt: Schnaps verbindet Menschen.

Kessel

D ie heutigen Kessel stammen von primitiven mongolischen Kesseln, die auf offenem Feuer aufgewärmt wurden. Die ersten Kessel, „Lampek“ oder auch Alembiks genannt, wurden auf diesem Gebiet aus Ton hergestellt, und die sogenannten "serbischen Hauskessel", aus Kupfer mit einem Volumen von 75 bis 150 Litern, werden immer noch in Haushalten verwendet, die ihren eigenen Rakija brennen. Der Boden besteht aus dickem Kupferblech und die Form erinnert an einen abgerundeten Kegel, auf dem sich ein Deckel befindet. Meistens ist es auf einem Ziegelsockel aufgebaut und hat eine Öffnung zum Heizen und Lüften. Dazu gibt es eine Destillat-Auffangschale, eine "Tabarka", aus der das Destillat zur Verkostung in einen kleineren Behälter gegossen wird.

Aus praktischen Gründen war die Mehrzahl der heimischen Kessel mobil. In einem Gebiet gab es dann mehrere solcher Kessel, die dann, nach Bedarf, auf Karren geladen wurden und von Ort zu Ort zogen. So hatte das Brennen eine starke gesellschaftliche Bedeutung, da es den Bauern im Spätherbst und Winter ermöglichte sich zu versammeln, zu wärmen, endlos die gewonnenen Destillate zu probieren und sich mit Spass und Gesang zu unterhalten. Wegen des Lärms, den die Leute bei der Herstellung von Rakija machten, nannten sie die Kessel "fröhliche Maschinen".

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann in Serbien die Massenproduktion von Rakija, vor allem durch die Modernisierung der Kessel und die kontinuierliche Destillation.

Aus diesen oder ähnlichen Kesseln, die bereits zur Geschichte gehören, sind die heutigen modernen Kessel entstanden, welche die Automatisierung und industrielle Herstellung von Rakija höchster Qualität ermöglichen, wie der Rakija der Destillerie Zaric.